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Tipps und Tricks, nicht nur für Banjospieler
(dieser Artikel erschien 1998 im Banjo
Podium)
Authentisches Notenmaterial aus der Zeit
der frühen Bigbands ist eine einzigartige Quelle für jeden Musiker, der sich
ernsthaft mit dieser Musikart beschäftigt. Der Anfänger, insbesondere der
Banjospieler hat dabei etliche Probleme zu bewältigen. Ihm soll hier geholfen
werden.
Das
Notenmaterial, mit dem ich mich mittlerweile seit 15 Jahren in diversen
Orchestern befasse, stammt aus der Zeit von 1900 - 1940. Der Schwerpunkt liegt
aber ganz klar auf den späten 20er Jahren. Geographisch gesehen stammen die
Noten überwiegend aus Amerika und Deutschland. Aber auch England und das
übrige Europa sind gut vertreten. Das meiste sind sogenannte
Stock-Arrangements, das sind als Massenware verkaufte Druckarrangements,
gewissermaßen Standardvorlagen, aus denen sich durch den Einbau von
Solochorussen passable Interpretationen eines Stückes schaffen lassen.
Dem
Zeitrahmen entspricht dann auch die stilistische Spanne, sie reicht vom Ragtime
der Jahrhundertwende bis zu deutschen Swingversuchen aus der Nazizeit. Es
handelt sich im Wesentlichen um Hot Dance Music, jene lebhafte und jazzige
Variante der Tanzmusik, die als musikalische Untermalung für immer neue
sportliche Verrenkungen wie Charleston oder Black Bottom diente. Daneben stehen
echte Jazzarrangements und Filmmusik. In jedem Fall handelt es sich um
Bandarrangements, d.h. die Banjostimme ist Teil eines Gesamtklangs.
Wie
kommt man eigentlich dazu, sich ausgerechnet mit dieser Art von
"Klassik" zu befassen? Aus Selbstbeobachtung und Gesprächen mit
Kollegen vermute ich, dass wir einen guten Teil der Motivation unserem seit
Urzeiten angeborenen Sammeltrieb verdanken. Es macht einfach Spaß, dieselben
Notenblätter zu besitzen oder zumindest zu verwenden, vor denen auch schon
unsere großen Vorbilder Mike Pingitore oder Harry Reser gesessen haben. Dazu
kommt, dass die Stücke, wenn sie von der Band gespielt werden, wirklich genauso
klingen wie wir sie von alten Schellacks im Ohr haben. Und Ellingtons East
St. Louis Toodle-O in voller Besetzung im Originalarrangement zu spielen ist
einfach ein Erlebnis! Neben dieser Suche nach dem Originalklang steht -
zumindest bei mir - noch der Anspruch, auf meinem Instrument besser zu werden.
Einige Changes habe ich erst auf diesem Weg gelernt, die wären mir als
Dixie-Musiker nie in den Sinn gekommen. Und bei dem einen oder anderen kommen
vielleicht sogar noch Erinnerungen an den Opa oder Onkel dazu, der auch schon
dieses Hobby gepflegt hatte.
Das Ausgangsmaterial
Was
man da als Musiker vorgelegt bekommt, ist allerdings manchmal schon eine
Zumutung. Nicht nur, dass selten alle Instrumente in der Mappe enthalten sind.
Meist sind die ursprünglich gefalteten Seiten inzwischen auseinander gefallen
und völlig zerfleddert. Als Banjospieler hat man ja in der Regel nur 1- 2
Seiten zu ordnen, der arme Pianist muss sich aber mit bis zu 7 Seiten
auseinandersetzen. Dann prangen auf den kostbaren Noten diverse Stempel und
Nummern früherer Eigentümer. Der Ablauf wurde mehrfach geändert und die neue
Spielweise jeweils dick markiert oder ganze Passagen durchgestrichen. Was noch
zu lesen ist, braucht keineswegs richtig zu sein, immer wieder tauchen Fehler
auf, die beim Kopieren der Noten von der Partitur entstanden sind. Einer unserer
Saxofonisten musste sich einmal lange schief anschauen lassen, ehe die Ursache
für seine fremdartigen Töne gefunden war: der Verkäufer hatte kurzerhand die
fehlenden Teile des Arrangements mit einem anderen(!) Arrangement desselben
Stückes aus seinen Beständen aufgefüllt.
Fehlende
Stimmen lassen sich notdürftig aus der hoffentlich vorhandenen Klavierpartitur
ergänzen. Besser ist es, von Sammlern oder im Tausch mit Gleichgesinnten Kopien
zu besorgen. Die Stücke klingen von einer Photokopie gespielt Gott sei Dank
genau so gut wie vom Original. Überhaupt empfehle ich, die Originale mit einem
guten Kopierer zu kopieren und danach mit der Kopie zu arbeiten. Nicht nur, dass
man dann ungeniert eigene Modifikationen reinschreiben darf, auch die Lesbarkeit
der Noten gewinnt durch eine Kopie. Das liegt daran, dass moderne Kopierer die
gelblich braunen Farbtöne des alten Papiers einfach nicht wahrnehmen und statt
dessen reinstes Weiß reproduzieren. Vor dem Kopieren kann man noch alle mit
Bleistift nachträglich angebrachten Bemerkungen aus den Originalen radieren.
Tintenspuren und Stempel lassen sich mit Tipp-Ex beseitigen. Auf Ausnahmen
von dieser Regel komme ich noch zu sprechen. Die so entstandenen Kopien werden
sodann in der richtigen Reihenfolge wieder zu faltbaren Blättern
zusammengeklebt, sofern man von Doppelseiten nicht gleich DIN A3 Kopien
anfertigen konnte.
Speziell
der Banjospieler wird seine Noten in recht unterschiedlicher Form auf dem Pult
vorfinden. Der Normalfall sind Noten für das Tenorbanjo. Manchmal steht auch
Mandola drüber. Selbst Gitarrenoten mit dem Aufdruck Banjo habe ich
schon gesehen. Die aus unseren Harmoniebüchern gewohnte Notierung als Folge von
Akkordsymbolen
(Bb, F7 usw.)
war in den frühen Zwanzigern eher die Ausnahme. Harry Reser & Co. waren
eben des Notenlesens mächtig. Glücklicherweise finden sich zusätzlich über
oder unter den Notenlinien manchmal noch die entsprechenden Symbole für
"Legastheniker".
Wer
will, kann sich diese selber drüber schreiben, allerdings wird’s dann schon
mal eng auf dem Blatt. Aber Vorsicht, selbst die Akkordsymbole heißen nicht
immer so wie wir erwarten. Ein Fdim ist z.B.
unser F0 und Bbmi
oder einfach nur Bb- bedeutet hierzulande B-moll,
während Baug unseren H+ Akkord
bezeichnet. Was die eigentlichen Noten betrifft: auch die sehen ungewohnt aus.
Während es in der Banjoliteratur üblich ist, in Octava zu notieren,
sind die Noten des Banjospielers in der Band fast immer klingend notiert und
müssen gewissermaßen eine Oktave höher als vom Lehrbuch gewohnt gespielt
werden. Genau das ist übrigens gemeint, wenn über den Noten die Anweisung actual
pitch steht. Also keine Panik, wenn mal Noten unter dem tiefen C
auftauchen, keiner muss deshalb umstimmen. Eine weitere Besonderheit ist, dass
die Akkorde meist nur mit drei Noten ausgeschrieben sind. Das führt nicht
selten dazu, dass der Akkord aus dem Notenbild nicht eindeutig zu bestimmen ist.
Denn was im folgenden Beispiel aussieht wie ein F7
Akkord, kann ja genauso gut ein C0 oder Eb0
sein. Hier hilft nur, die Bassstimme oder die Pianopartitur zu Rate zu ziehen.

Der
Ablauf, d.h. die Reihenfolge, in der die einzelnen Teile des Notenblatts zu
spielen sind, ist zumindest in meiner Band ein steter Quell von Fehlern und
Missverständnissen. Es ist ja auch nicht einfach, zumal häufig die
aufgeschriebene Reihenfolge innerhalb der Band geändert oder umgestellt wird.
Dass diese Praxis nicht neu ist, lässt sich unschwer beim Vergleich der Noten
mit den alten Einspielungen auf Schellacks nachweisen. Und die erwähnten
Anmerkungen der Vorbesitzer auf den Notenblättern belegen das ebenfalls.
Trotzdem gibt es ein Standardschema, das in der Mehrzahl der Fälle zutrifft und
an dem sich der Einsteiger oder Aushilfsmusiker fürs Erste orientieren kann:

Nach
Intro und Versen werden zwei oder mehr Chorusse wiederholt, ehe mit einem
"Special Chorus", meist als rhythmisch variierte Version oder nach
einer Modulation in einer anderen Tonart gestaltet, fortgefahren wird. Am Ende
angekommen, sind italienische und englische Sprachkenntnisse gefragt. Dal
segno once al fine heißt, wir sollen noch mal vom Zeichen weg spielen, aber
daran ohne Wiederholung gleich die mit fine bezeichneten Takte
anschließen, womit das Stück endet. Als Zeichen für den Rücksprung findet
man in der Regel eines der Symbole
,
oder 
Ich
gehe mal davon aus, dass die Mehrzahl der Banjospieler nicht in der Lage ist,
die erwähnten Noten ohne zusätzliche Akkordsymbole vom Blatt zu spielen.
Selbst die Profis die ich kenne, schaffen das allenfalls für Gitarre
fehlerfrei. Erste Hilfe sind daher die Akkordsymbole, die man in einer ruhigen
Minute anhand der Bassstimme selber herausfinden und eintragen kann. Wo das noch
nicht reicht, etwa weil recht ungewöhnliche Synkopen auftauchen, hilft es
ungemein, sich das Ganze mal vorspielen zu lassen. Das kann eine Aufnahme
desselben Arrangements sein oder eine des Pianofortes kundige Freundin, notfalls
tut’s sogar ein Computer. Selbst wenn bei der häuslichen Vorbereitung alles
gelang, beim Auftritt droht neues Ungemach. Einmal kurz abgelenkt, schon weiß
der arme Musiker nicht mehr, wo in den Noten er sich befindet. Daher sollte man
sich angewöhnen, die Griffe "blind" zu spielen, d.h. man sollte die
Umsetzung der Noten nicht ständig durch einen Blick aufs Griffbrett
kontrollieren müssen. Ein weiterer Trick ist das "Vorauslesen". Dabei
hat man immer schon den nächsten oder übernächsten Takt im Blick und weiß
somit rechtzeitig, wann ein Sprung auf eine andere Stelle in den Noten kommt und
kann nach dem Ziel Ausschau halten. A propos Sprung: Sprungziele wie die oben
gezeigten oder fine male ich mit einem Textmarker
blau an. Dann sind sie sofort zu sehen. Das sonst übliche Gelb ist wegen der
Kunstlichtbeleuchtung auf der Bühne hierfür schlechter geeignet. Handelt es
sich um häufig gespielte Stücke oder kommt ein Banjosolo darin vor, empfehle
ich, das Stück gleich auswendig zu lernen. So kann man sich nach dem Solo auch
mal für den Applaus bedanken und versinkt nicht sofort wieder starren Blicks in
den Noten. Ein letzter Tipp für windige Auftritte im Freien: Wäscheklammern!
Ein reaktionsschneller Trompeter kann vielleicht seine Noten mit einer Hand
festhalten, der Banjospieler muss als "vollbeschäftigter" Musiker
rechtzeitig vorsorgen.
Als
Bandmusiker steht man nicht alleine. Auch die Aushilfen sind auf Noten
angewiesen, mehr noch als der Stammspieler, sie sehen das Stück vielleicht zum
ersten Mal und müssen es quasi vom Blatt spielen. Ein paar Dinge gehören daher
einfach zum guten Ton, schließlich sind wir ja auch Aushilfe in anderen
Orchestern. Dazu zählt in erster Linie, dass alle Abweichungen in die
Notenblätter eingetragen werden. Bewährt hat sich dabei, solche Anmerkungen am
oberen Rand zu wiederholen, so dass sie schon vor dem Einzählen mit einem Blick
erfasst werden können. Beispiele hierfür sind "mit Sänger Chorus
3x", "Breaks nur in Soli" oder "Banjosolo nach Gesang".
Auch wenn der Banjoist fließend Noten lesen kann ist es eine schöne Geste
gegenüber der Aushilfe, die Akkordsymbole über die Notenlinien zu schreiben.
Ein Tipp noch an den Bandleader: das Notenmaterial sollte immer doppelt
vorhanden sein, einmal beim Musiker und als Duplikat beim Leiter. So kann im
Notfall sogar am Veranstaltungsort noch ein Ersatzmusiker besorgt werden. Es
versteht sich, dass auch das Duplikat den aktuellen Stand der Arrangements
wiedergeben sollte. Nebenstehendes Beispiel, das neben guten Augen auch eine gehörige
Portion Scharfsinn erfordert, fand ich ausgerechnet in der Mappe von Paul Whitemans
Banjo-Star Michael Pingitore.
Dass
sich authentisches Notenmaterial aus den 20er Jahren nicht mehr im Musikladen um
die Ecke findet, dürfte einleuchten. Trotzdem liegt das Gute näher als man
denkt. Das Münchner Odeon Tanzorchester beispielsweise verdankt seine
Entstehung letztlich dem Entrümpeln eines Dachbodens, was das Notenmaterial
eines längst vergangenen Tanzorchesters zu Tage förderte. Daneben sind auch
Musikantiquariate ab und zu einen Besuch wert, selbst wenn ein Fund hier eher
die Ausnahme ist. Wer das Zeug nicht sammeln sondern nur spielen will, ist
natürlich mit Kopien bestens bedient. Die gibt es bei vielen Sammlern und
befreundeten Orchestern zum Selbstkostenpreis oder im Tausch gegen eigenes
Material.
Wer
auf der Suche nach selteneren Exemplaren ist, wird vielleicht in Museen oder
Stiftungen fündig. Allerdings wird’s hier gleich offiziell. Auch heute noch
gehören die Aufführungsrechte der Stücke irgendwelchen Verlagen und man
braucht deren schriftliche Einwilligung, ehe das Museum eine Kopie rausrückt.
Unser Schriftwechsel mit diversen Verlagen und der Whiteman Stiftung am Williams
College dauerte ein ganzes Jahr, ehe wir Kopien der handschriftlichen
Originalarrangements des Paul Whiteman Orchesters von 1927 in Händen hielten.
Ich
hatte oben empfohlen, die Originalnoten vor dem
Kopieren zu entflecken und alle Eintragungen zu entfernen. Das gilt unter echten
Sammlern natürlich als ungeheurer Frevel. Gerade handschriftliche Eintragungen,
möglichst noch mit Bezug auf bekannte Musiker oder Orchester können den Wert
eher steigern. Selbst auf unseren Kopien wirkt der Vermerk "Mr. Beiderbecke"
am oberen Rand eines Whiteman-Arrangements noch Ehrfurcht gebietend. Und das
"Mike" auf meinen Banjonoten zu Side by Side braucht auch kein
Tipp-Ex zu befürchten. Dieses Beispiel zeigt übrigens, dass sogar Max Farley,
immerhin einer der Arrangeure des Paul Whiteman Orchesters, ganz ungeniert Teile
fertiger Stock-Arrangements einsetzte; die brauchbaren Passagen wurden einfach
auf das Notenblatt geklebt:

Mehr davon
Erfreulicherweise
gibt es mittlerweile zahlreiche Orchester, die "sich zum Ziel gesetzt
haben, diese alten Schätze wieder zum Klingen zu bringen" (Auszug aus
einem Werbepamphlet). Es sind sogar so viele, dass meine Liste mit Sicherheit
völlig unzureichend ist. (Ich bin für jeden Hinweis auf andere Orchester
dieses Genres dankbar:
)
Alleine im bairischen Raum sind
das
- das Deep Henderson Orchestra, eine wechselnde Besetzung um den
Trompeter und Notensammler Wolfgang Bojer
- das Odeon
Tanzorchester, eine ziemlich professionelle Band mit Film- und
Tanzmusik vorwiegend deutscher Provenienz, die 1x im Monat in der Post in
Pasing zum Tanz aufspielt.
- die New California
Ramblers, einst von Ex-Musikern des Odeon Tanzorchesters gegründet,
die sich mehr auf Jazz und amerikanische Hot-Dance Music konzentrieren
wollten. Die NCR sind zur Zeit etwas leblos, wir alle hoffen aber, sie
irgendwann reanimieren zu können.
- die Veterinary Street Jazzband,
eine auch kommerziell sehr erfolgreiche Jazzband, deren Gründer Hans Reidel
ein eifriger Notensammler ist. Die VSJB spielen jeden Donnerstag im Gasthaus
zum Isartal.
- die Tanzharmonie aus
Neumarkt/St. Veit, eine junge und begeisterte Band mit hauptsächlich
deutschem Repertoire, das sie sehr stilsicher vortragen.
- das Jungle
Orchestra aus Würzburg, mit einem kenntnisreichen Essay über Duke
Ellington auf ihrer Webseite. Dass sie ohne Banjo spielen ist mir allerdings
völlig unverständlich.
- Nicht weit davon, in Erlangen/Nürnberg spielt seit 1990 K.B.'s
Jungle-Band, eine klassische 11+1 Besetzung im frühen Bigband Stil
der Jahre 1926-1932. Die spielen mit Banjo, na also.
- das Grammophon-Orchester
Regensburg, unterstützt von einer schottischen Sängerin widmet es sich
den Klängen der 20er bis 40er Jahre.
Im restlichen Deutschland sind mir
bekannt
- das Undecided Orchestra in Braunschweig wurde 1981 von dem
Saxofonisten Axel Schwedhelm gegründet und ist, wie mir Axel versicherte,
nach wie vor voll bei der Sache.
- Rolf Koschorrek aus Bad Bramstedt, von 1985 bis 1996 Trompeter des
Undecided Orchestra, leitet heute die
Louisiana
Syncopators in Hamburg.
- die Savannah Syncopators von Trompeter
Rod Mason aus Düsseldorf.
- das Palast Orchester
Berlin, die Begleitband des Medienstars Max Raabe.
- das Bohème Orchester
aus Schwerte/Ruhr, das im April 2007 sein 10-jähriges Jubiläum feiert.
In Europa tummeln sich
- das Pasadena Roof Orchestra, in den 70er Jahren die Vorreiter des
Hot-Dance Revivals.
- das Original
Syncopated Orchestra Prague, geleitet von seinem Trompeter Pavel
Klikar, ist vielleicht das beste und "echteste" der heutigen
Orchester.
- Ondrej Havelka, ehemals Sänger des OPSO; er tourt heute mit seiner
eigenen Band im Stil der 30er Jahre, den Melody
Makers.
- Keith Nichols,
Arrangeur, Pianist und Posaunist mit diversen eigenen Gruppen. Keith wohnt
in London.
- John C. Hallam, Museumsdirektor, Notensammler und Leiter der Sweet
and Hot Orchestra in England.
- Das Jumpin' Jazz
Ballroom Orchestra aus Italien, angeblich mit Italiens bestem
Banjospieler.
Aus Übersee grüßen
- Vince Giordano,
ein bekannter und sehr kompetenter Sammler und Baß-Saxophonist mit seinen Night
Hawks aus New York, USA. Von Vince stammen meine Originalnoten.
- Charles Anderson aus San Diego in Kalifornien, glücklicher
Besitzer einer Sammlung von ca. 7500 Stücken, stellte Kopien seiner
Schätze als Fake-Book zur Verfügung. Interessenten wenden sich bitte in
ordentlichem Englisch an Jim Jones von
YesterTunes, der nach Chucks Tod
2001 die gesamte Sammlung übernommen hat.
- das San Francisco
Starlight Orchestra, das sich speziell die Ballroom Musik der 20er
Jahre auf die Fahnen geschrieben hat.
- das Royal Society Jazz
Orchestra von Don Neely, ebenfalls aus San Francisco
- das Australian
Cotton Club Orchestra, Melbourne, die erste Adresse für Hot Dance
Music "down under".
Es
gibt eine ganze Menge Bücher zum Thema Jazz und Hot Dance Music. Ganz einfach
deshalb, weil alle großen Jazzmusiker jener Zeit sich in solchen Orchestern
ihren Lebensunterhalt verdienten. Man muss also nur noch die Biographien und
Diskographien der richtigen Musiker finden. Eine Rundreise zu den Buchläden der
näheren und ferneren Umgebung dürfte wenig zutage fördern, die meisten
Bücher sind in Amerikanisch. Ich habe meine Bücher daher fast alle im
Versandhandel von Norbert Rücker besorgt, der sich auf Jazzliteratur
spezialisiert hat (Jazz Records, Tel.
06082/688, der Mann verdient die Werbung!). Um euch die eigene Auswahl zu
erleichtern habe ich mal meine Bücher kurz charakterisiert:
| Titel |
Autor |
Inhalt |
| Swing that Music |
Louis Armstrong |
Autobiographie,
geschrieben 1936. Auf sein Image bedacht, versucht Satchmo nachzuweisen,
dass er schon immer Swing gespielt hat, worunter die Wahrheit
gelegentlich leidet. |
| Tram; the Frank
Trumbauer Story |
Phil Evans, Larry
Kiner, Bill Trumbauer |
Biographie, zusammen
mit Trams Sohn geschrieben, mit vielen Erinnerungen an Bix Beiderbecke
und Paul Whiteman. Sehr teuer aber auch sehr wertvoll. |
| Pops; Paul Whiteman,
King of Jazz |
Thomas DeLong |
Paul Whiteman und sein
Traum, Jazz mit Klassik zu einer neuen amerikanischen Musik zu
verbinden. Viele nette Details und Anekdoten, auch über die bei ihm
beschäftigten Musiker. Unbedingt lesen! |
| American Musician in
Germany, 1924 - 1939 |
Danzi, Michael, as
told to Rainer E. Lotz |
Schön geschriebenes
Buch über ein Musikerleben, das zum großen Teil im Berlin der
Vorkriegsjahre spielt. |
| Jazz, wir nannten's
Musik |
Eddie Condon |
Wie Eddie im
Alleingang den Jazz salonfähig machte. Amüsant geschrieben, viele gute
Sprüche. Das Original erfordert gute Amerikanisch-Kenntnisse |
| Chicago Jazz; a
cultural history, 1904-1930 |
William Howland Kenny |
Hier ist nicht die
Musik das Thema sondern das soziologische und geographische Umfeld1.
1 Mit den bei
Soziologen beliebten, zahlreichen Anmerkungen |
| Back Woods Jazz in the Twenties |
Peg Meyer |
Vom abenteuerlichen Leben völlig
unbekannt gebliebener früher Jazzer in Missouri. Interessant, weil es
damit irgendwie aus unserer Sicht geschrieben ist. |
| King Oliver |
Walter Allen, Brian Rust, Laurie
Wright |
Eine genaue und vollständige
Biographie von Oliver. Umfasst sogar die Identifizierung der Solisten in
Olivers Aufnahmen und seine Tourneepläne. |
| Twenty years on wheels |
Andy Kirk, as told to Amy Lee |
Der schwarze Tubaspieler und
Bandleader erzählt sein Leben und die Geschichte seiner Clouds of Joy.
Interessant als Kontrast zu Biographien weißer Musiker. |
| Thirty years with the Big Bands |
Arthur Rollini |
Das Profileben eines typischen
Bandmusikers, u.a. in den Orchestern von Benny Goodman und Paul Whiteman. |
| The wonderful era of the great
dance bands |
Leo Walker |
Hier sind sie alle beieinander.
Unglaublich viel Material und Fotos im Großformat. Ein Schnäppchen! |
| Negro Bands on Film, Vol. 1, Big
Bands 1928 - 1950 |
Dr. Klaus Stratemann |
Zum Nachschauen, ob sich ein im
Programm angekündigter Film aufzunehmen lohnt. Auch in idiotischen
Liebesschnulzen verbirgt sich manch gute Jazzszene. |
| McKinneys Music |
John Chilton |
68 Seiten Bio- Diskographie über
McKinney's Cotton Pickers, 1928-1930 eine der fetzigsten Bands |
| Black Beauty, White Heat: A
Pictorial History of Classic Jazz, 1920 - 1950 |
Frank Driggs & Harris Lewine |
Prachtvolle Sammlung alter
Fotografien. Nicht nur die bekannten Gesichter, auch unzählige
unbekannte Bands werden gezeigt, zusammen mit ihren Wirkungsstätten.
Interessant auch die unterschiedlichen Sitzordnungen auf der Bühne. |
| Jazz Records, 1897 - 1942 |
Brian Rust |
Die Bibel für Jazz auf
Schellacks. 2 Bände, knapp 2000 Seiten, das sagt alles. |
Ich
hab's oben angedeutet, auch die alte Ballroom Musik ist im Internet vertreten.
Hier eine Auswahl,
die meisten mit Linklisten, die Zugang zu weiteren mit unserer Musik verbundenen
Themen wie Bands, Auktionen von 78er Platten, Sammler-Clubs, usw. bieten:
- http://www.riverwalk.org/profiles/giordano.htm
- die Seite von Vince Giordano
- http://mypage.direct.ca/r/rsavill/whtmnbio.html
- Kurzbiographie von Paul Whiteman
- http://www.ozemail.com.au/~timlisa/cotton.htm
- Australian Cotton Club Homepage
- http://www.johnhoward.com/sfso.htm
- San Francisco Starlight Orchestra
- http://www.sonic.net/~rsjo/index.html
- Royal Society Jazz Orchestra
- http://home.earthlink.net/~rbotti/music2.htm
- Flapper Station-Music of the Roaring 20's
-
http://www.shellac.org/
- Wolverine Antique Music Society
- http://faculty.pittstate.edu/~knichols/jazzage.html
- Jazz Age Links
- http://www3.redlt.com/jass/
- Jazz Roots: Early Jazz on jass.com
- Die
Geschichte der LANIGIRO, eine
Schweizer Dokumentation - als oral history Projekt - die Geschichte eines
Basler Tanzorchesters, das von 1924 bis 1962 existierte.
- http://www.perfessorbill.com/
- umfangreiche Sammlung von Texten und MIDI-Dateien zu alten Jazz- und
Ragtime-Stücken.
- http://members.aol.com/SEVEN9000/home.htm,
die 20ies reconstruction society, der Name sagt es.
- International
Society of 1920s Orchestras, ein Webring von Orchestern dieses Genres.
- http://www.rcc78.de/,
Records Collectors Corner 78 Links
- The
Online 78rpm Discography Project,
dort gibt es die kompletten Aufnahmedaten der Plattenfirmen Brunswick,
Columbia, Victor, usw. aus den 20er und 30er Jahren und teilweise noch
später. Wahnsinnsmaterial!
- Antique
Record Machines - hier geht's um alte Plattenspieler und die
zugehörigen Scheiben
- Die australischen Antiquarian
Productions nutzen ihren Heimvorteil und bieten auf mittlerweile 5 CDs
"Melbourne in the 20s" an.
- The
Old Masters Collection bietet digital aufbereitete Schellacks mit Tanz-
und Jazzbands aus jener Zeit. Deutscher Vertrieb bei theoldmasters.de.
- the 20-2-40-Style
Syndicate, der Name ist Programm. Sehr gute Linkliste!
- harrywarren.org
von David Jenkins bietet u.a. >655 MIDI Dateien und Texte von Songs, die
Harry Warren komponierte. Wem das noch nicht reicht, bitte sehr: www.harrywarrenmusic.com.
- Der Internet Sender Radio
Dismuke spielt 24 Stunden Musik aus der Zeit 1900 - 1930.
- Bei Live365
- CanuckTeach Hot Jazz und Live365
- Sweet & Lovely ist es ähnlich.
- Bryan Wright betreibt den
Shellac Stack
Podcast, vorzugsweise mit Jazz und Tanzmusik aus der Schellackzeit.
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