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Verschiedene BanjoartenEin Banjo ist ein Banjo ist ein Banjo? Mitnichten! Banjos gab und gibt es in zahlreichen Varianten, mit 4, 5, 6 oder gar 8 Saiten, in Größen von klein bis unhandlich und mit Hälsen von 0 bis 25 Bünden. (Wer's nicht glaubt, schaue mal bei Günter Amendt im Schauraum nach :-) Was ist ein Banjo?Wenn das Ding ein Fell hat, das über eine Art von Topf gespannt wird und auf dem ein Steg steht, über den die Saiten laufen, dann handelt es sich um ein Banjo. Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. die elektrischen Banjos, die Gibson oder Rickenbacker mal herstellten (Holzplatte statt Fell) oder das ebenfalls elektrische Vollholzbanjo von Terry Swan. In den vergangenen 150 Jahren wurde das Banjo technisch ständig verbessert. Dabei waren die Bastler immer dann besonders erfinderisch, wenn das Banjospiel gerade in Mode war. Das lässt sich wunderschön an den darauf erteilten Patenten ablesen. Die Evolution des BanjosDie erste Erwähnung eines Banjos in der neuen Welt stammt aus dem Jahre 1678. Ironischerweise war es ein Verbot. Die Schwarzen der Insel Martinique sollten das Tanzen und Spielen des Banza bleiben lassen. Doch das Banjo war nicht mehr aufzuhalten. 1781 erwähnt es sogar der spätere Präsident Thomas Jefferson aus Virginia. Demnach hatte es vier Saiten! Die fünfte Saite soll angeblich der weiße Minstrelsänger Joel Walker Sweeney in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfunden haben. Ob es sich dabei um die kurze G-Saite oder die Basssaite handelte, ist heute umstritten. Eine erste Erwähnung eines mit Plektrum gespielten Banjos datiert auf die späten 1880er und 1890er Jahre. Es sollen Theatermusiker gewesen sein, die auf diesen Trick kamen und dazu die fünfte Saite abmontierten. So ab der Jahrhundertwende trugen die Hersteller diesem Trend Rechnung und produzierten das 4-saitige Plektrumbanjo. Das Tenorbanjo hat - glaubt man den Büchern von Karen Linn und Robert Lloyd Webb - eine interessante Geschichte. Im Jahre 1880 tourte eine Gruppe spanischer Studenten mit großem Erfolg durch die USA. Sie sangen und spielten dazu die Bandurria, ein traditionelles spanisches Instrument. Das kam bei den amerikanischen Studenten offenbar unheimlich gut an und so starteten sie eigene Gruppen in diesem Stil, spielten aber statt der Bandurria lieber Mandoline. Die war mit ihren 4 mal 2 Saiten ja auch leichter zu bewältigen als die 6 mal 2 Saiten der Bandurria und sah trotzdem fast genau so aus. Schon 1885 wurde dann das erste Mandolinenbanjo patentiert, richtig populär wurde es ab 1890. Typisch ist das über den Kessel reichende, erweiterte Griffbrett. In den Jahren etwa ab 1910 erwies sich das Mandolinenbanjo als geeignetes Begleitinstrument in der Tanzmusik. Lediglich die durch die Doppelbesaitung erzeugten Effekte störten die Profis und sie ließen in bewährter Manier die Parallelsaiten einfach weg. Das rief alsbald die Hersteller auf den Plan, die ein viersaitiges, wie die Mandoline gestimmtes Banjo anboten und Banjolin nannten. Leider war Banjolin aber ein seit 1885 patentierter Begriff für ein Mandolinenbanjo. Also behalf man sich mit Namen wie melody banjo oder soprano banjo. Damit kommen wir zu einem Phantom. Zwar gibt es allerlei Zitate dazu, doch nirgendwo konnte ich es in einem Katalog, geschweige denn in echt orten. Als ab 1912 in Amerika das Tangofieber grassierte, so will es die Sage, schob Vega unter der Bezeichnung Tangobanjo noch eine um eine Quinte tiefer gestimmte Variante nach. Dieses Banjo hatte anfangs mit 15 Bünden noch den kurzen Hals der Banjolin, wurde aber bald auf 17 und schließlich auf 19 Bünde gestreckt, wofür sich ab 1915 langsam die Bezeichnung Tenorbanjo durchsetzte. Interessant ist auch noch die recht unterschiedliche Bedeutung der Banjoarten in den zwanziger Jahren. So weist beispielsweise der Gibson Katalog von 1927 acht Seiten mit Tenorbanjos auf, während sich Plektrumbanjo und fünfsaitiges Banjo mit jeweils einer Seite am Ende begnügen müssen. Fünfsaitige Banjos5-string Banjo
Einsatz: amerikanische Volksmusik, Minstrel, Salonmusik um 1900, Folk, Bluegrass, vereinzelt auch Pop und Modern Jazz. Long-Neck 5-string Banjo
Einsatz: Folk weitere 5-saitige Varianten
Er hatte sogar ein fünfsaitiges Bassbanjo im Programm, das mit seinem 18" Hals, 17" Kessel und 36 Spannschrauben ein wildes Gerät gewesen sein muss. Gestimmt war es in C, eine Oktave unter der Standardstimmung. Einsatz: Alle diese Exoten wurden in Banjoorchestern eingesetzt, wie das Foto "banjo ensembles" auf der Mugwumps Seite über die S.S. Stewart Banjos beweist. Heute haben diese Instrumente nur noch als Sammlerstücke Bedeutung. Viersaitige BanjosPlektrumbanjo
Einsatz: Klassischer Jazz, Solo-Banjo Tenorbanjo
Eine Variante des Tenorbanjos ist die "irische" Stimmung, eine Oktave unter der Geige, also GDAE. Näheres hierzu auf den Irish Banjo Seiten! Einsatz: Klassischer Jazz, Tanzmusik 20er Jahre, Solo-Banjo, irische Musik weitere 4-saitige VariantenUkulelebanjo / Banjulele / banjo ukulele
Tango Banjo
Melody Banjo, Soprano Banjo
Bassbanjo War in den 20ern ein absoluter Exote. Die Spielbarkeit ist nicht verbürgt, der Druck der Saiten dürfte für die normale Banjobauweise zu hoch sein. Trotzdem probieren es heute erstaunlich viele Leute, ein Bassbanjo herzustellen: Bass Banjo, Garrison String Bass Banjo, Gold Tone - Bass Banjo, 'Jo Bass the banjo bass, Bass Banjos, Banjo Bass. Die Kesseldurchmesser beginnen bei 13", der Hals erreicht die Dimensionen eines ausgewachsenen Kontrabasses. Einsatz: abgesehen vom Ukulele Banjo, das gelegentlich solistisch und zur Gesangsbegleitung eingesetzt wird, haben diese Banjos heute keine Bedeutung mehr. Sonstige BanjosMandolinenbanjo
Einsatz: Banjoorchester, Soloinstrument Banjoline
Einsatz: Eddie Peabody Stil Gitarrenbanjo
Einsatz: Dixieland, U-Musik, wenn der Gitarrist nach Banjo klingen soll. usw.Es gibt noch zahlreiche weitere Banjotypen. In England gab es beispielsweise das sogenannte Zitherbanjo, dessen fünfte Saite nicht am Hals ansetzte, sondern wie die anderen Saiten in der Kopfplatte begann. Sie wurde im Hals geführt und erschien erst am 5. Bund an der Oberfläche. Daneben gab es weitere Ausführungen mit bis zu sieben Saiten. Und was ist mein Banjo?Zur Beantwortung dieser Frage gibt es ein kleines Expertensystem als Java Applet, das die Bestimmung des Banjos aus einigen elementaren Angaben (Saitenzahl und -länge, Bünde, Kesseldurchmesser, ...) erlauben soll. Die meisten hier vorgestellten Banjotypen werden dort erkannt. Weitere Quellen zu diesem Thema
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Stand: 05. August 2008 |